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6.05.10 17:15 Alter: 2 yrs
Von: Harald Müller, GER-141 HONK

Bericht MaIOR 2010: Alles dabei

MaIOR 2010 war eine sehr abwechslungsreiche Regatte mit allem was dazu gehört. Am Ende gewann die Randale von Ingo Lochmann und schaffte damit den Hattrick. Zweite wurde die Honk vor der IMMAC.


Über mangelnde Abwechslung konnten sich die Teilnehmer der diesjährigen MaiOR Regatta in Kiel nicht beschweren. Von fast Flaute bis Starkwind, von konstanter Brise bis zu heftigen Drehern, von schönstem Sonnenschein bis zu wagerecht daher peitschenden Regenschauern, von zu wenig bis zu viel Läufen am Tag, von gut ausgelegten Kursen bis zum Bahnchaos war alles dabei. Für uns von der „Honk“ kamen von Frustration bis Glücksgefühl auch noch alle erdenklichen Emotionen dazu. Die Vorbereitung lief diesmal perfekt, wir waren rechtzeitig in Kiel, konnten das Schiff noch ins Wasser setzen und uns zusammen mit den Jungs von der Murtfeldt bei Grill und Drinks einen angenehmen Abend gestalten. Einer erfolgreichen Regatta stand also nichts im Wege. Da wir in dieser Kombination noch nie zusammen gesegelt waren liefen wir am Freitag bei frischem Wind rechtzeitig aus, um die Abläufe einzustudieren, was auch gut gelang. Nach einem schönen Start waren wir oben erste und ziemlich zufrieden mit uns. Dann ging es bergab. Bei zunehmendem Wind war unsere Performance auf den nächsten Schenkeln aber nicht so gut, so dass wir langsam aber sicher die IMMAC, die Murtfeldt und die Kemt vorbeilassen mussten. Nun merkten wir schon, dass die Handgriffe noch nicht so passten und wir vor allem ein wenig zu leicht waren. Trotzdem waren wir auf dem letzten Downwind noch dabei, bis wir uns zwei Mal in der Halse auf die Nase legten, die Randale, die MAXX und die Amica auch noch vorbei lassen mussten und uns bei der ganzen Aktion auch noch den Spibaum so verbogen, dass wir damit kein weiteres Rennen segeln konnten. Wir meldeten uns ab um im Hafen unseren Ersatzbaum klarzumachen, was sich jedoch wegen nicht ganz passender Beschläge als nicht so einfach erwies. Bei Nieselregen und immer weiter zunehmenden Wind konnte sich die Randale vor der Murtfeldt und den Mädels auf der Kemt durchsetzen. Zu unserer Überraschung kamen dann alle in den Hafen, da die Regattaleitung wegen zu viel Wind von weiteren Rennen absah. Für uns allerdings war die Entscheidung sehr gut, da wir es zum dritten Start nie auf die Bahn geschafft hätten. Demnach etwas unausgelastet wurde die abendliche Tanz in den Mai Feier in Strande ausgiebig besucht. Ein Blick auf die Liste zeigte die Randale vor der IMMAC und der Murtfeldt. Am Samstag drehte der Wind aus West leicht und lag von der Stärke immer so, dass man nicht genau wusste, ob nun die 1 oder die 2 die bessere Wahl des Vorsegels war. Der Blick auf die Bahnkarte sollte zum wichtigsten taktischen Instrument des Tages werden. So waren wir etwas verunsichert, als wir nach der ersten Runde in Führung liegend die MAXX den Outer Loop absegeln sahen. Zunächst noch im Glauben auf der richtigen Fährte zu sein, waren wir dann allerdings völlig irritiert, als auf der letzten Kreuz die Luvtonne des Inner Loop fehlte. Kurz entschlossen nahmen wir die Luvtonne des Outer Loop, was sich nach späterer Lektüre der Segelanweisung auch als richtig erwies. Wir konnten den Lauf vor der Randale und der Kemt gewinnen. Der nächste Lauf bei etwas weniger Wind für uns völlig verkorkst und wir kamen als 7. ins Ziel, es gewann die IMMAC vor der Amica und der Kemt. Frustriert wechselten wir wieder auf die 2, was allerdings nach der Klarierung des letzten Katastrophenmanövers des Downwinds uns gerade noch Zeit ließ, mit Steuerbordbug kurz hinter allen anderen zu starten. Meine beiden von der Flexi ausgeliehen Cracks waren der Meinung, dass ein Nullstart eh überbewertet sei und wir sowieso nach rechts wollten, deshalb sei alles nicht so wild. Sie sollten recht behalten. Nach der zweiten Kreuz führten wir, hatten aber die Bahntafel am Startschiff nicht mehr studiert und wurden deshalb sehr hektisch als hinter uns alle Richtung Outer Loop fuhren. Wir schafften es, noch Kurz vor der IMMAC um die Tonne zu gehen und konnten auch diesen Lauf vor der IMMAC und der Randale nach Hause fahren. Um uns die Pause zu versüßen, ging nach dem Zieldurchgang eine ordentliche Schauerbö über die Bahn, nach der sich aber der Himmel klärte. Der nächste Lauf war wieder kurz, wie wir uns diesmal alle fünf je zweimal am Startschiff versicherten, wir konnten uns immer in der Spitzengruppe halten und obwohl uns die Murtfeldt auf dem letzten Downwind fast unseren Vorschiffsmann mit ihrem Spibaum aus dem Heckkorb gepflückt hätte (mittlerweile hatten wir ziemlichen Druck in der Luft) gingen wir hinter Randale und IMMAC als 3. ins Ziel. Nach vier Läufen hatten wir eigentlich alle genug, die Wettfahrtleitung jedoch nicht, und ließ uns noch einmal auf den Kurs gehen, diesmal wieder drei Runden lang. Kurz vor der Luvtonne lagen wir in Führung auf der Anliegelinie und wollten unseren Augen nicht trauen, als ein Mobo die Tonne auf den Haken nahm und damit wegfuhr! Nach etwa 100 Metern hatte der Tonnenleger aber ein einsehen und ließ die Wendemarke liegen. Zum Glück hatte er sich nicht aus dem Wind bewegt, so dass wir auch dieses Rennen vor der MAXX und der Randale gewinnen konnten. Ziemlich Glücklich aber total fertig fuhren wir nach Schilksee zum verdienten Einlaufbier. Andere waren nicht so glimpflich davon gekommen, so gingen diverse Spis und ein Groß kaputt. Bei der RVS Party am Abend herrschte trotz einer schönen Diashow von unserer Bahn gähnende Leere, weil alle kaputt früh ins Bett gingen. Der Zwischenstand nach dem Zweiten Tag sah die Randale vor der IMMAC und uns. Der Sonntag belohnte uns nach langem Schlaf Sonne und leichten Winden aus Nordost bis Ost. Im Gegensatz zu den Vortagen sollten wir nun einen Up-and-Down mit Zielkreuz fahren und es wurde ein kniffliges Rennen. Wir konnten uns auf dem ersten Vorwind zwar an die Spitze setzen, aber die Zielkreuz wurde mit vielen Drehern, Abdeckung durch die anderen Klassen und Windstrichen sehr spannend. Schließlich konnten wir uns knapp vor der Randale und der IMMAC als erste ins Ziel retten. Danach flaute der Wind etwas ab und drehte weiter nach Ost. Im nächsten Rennen waren wir nach der Startkreuz wir 4., konnten uns aber auf dem Vorwind mit einem Windstrich an die Spitze setzen und mussten im Ziel nur die Remoteworks aus Holland noch durchlassen, die durch Lokalmatador Sönke geleitet am halben Feld vorbeifuhr. Die Kemt wurde 3. und da sowohl die Randale, als auch die IMMAC weiter hinten gelandet waren, war vor dem letzten Rennen noch alles drin. Auch hier war wieder entscheidend, die richtigen Striche zu finden, was der Randale am besten gelang, die das Rennen vor der Kemt und uns gewinnen konnte. Damit war die Randale auch Gesamtsieger vor uns und der IMMAC und gewinnt die MaIOR Regatta nun schon zum dritten Mal in Folge. Glückwunsch an die Jungs und vielen Dank an Flo, Lutz, Thomas, Romy und Solli für die großartigen Rennen! Das abschließende Kranen war wieder einmal eine Show für sich, da neben den 30 Sportbooten auch noch der ORCIII Weltmeister in die letzte Box im Millionenbecken wollte, die allerdings von einer X belegt war, dessen Eigner nur wutschnaubend und mit laut dröhnenden 4 Jahreszeiten von Vivaldi den Platz räumte. Fazit: Selten so ein abwechslungsreiches Segelwochenende gehabt, das machte definitiv Lust auf mehr. Reinhaun Harry GER-141 „HONK“


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MAior_2010.pdf26 K